Solidaritätskomitee Schweitzergarde

Weg mit der fristlosen Kündigung von Gottfried Schweitzer/Baui!

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Gottfried Schweitzer auf dem Edelweißpiraten-Festival im Juni 2008
Gottfried Schweitzer im Juni 2008
auf dem Edelweißpiraten-Festival

Worum geht's?

Am 12.08.08 erhielt Gottfried Schweitzer, der seit der Gründung des Bauspielplatzes Friedenspark („Baui“) vor über 30 Jahren dort als Pädagoge arbeitet, seine fristlose Kündigung und Hausverbot überreicht - ohne Begründung. Gegenüber dem Betriebsrat erklärte die Geschäfts­führung der JugZ gGmbH, Träger des Baui: Ein Strahler, der seit vielen Jahren im Außenbereich den Platz beleuchtet, sei zerstört worden und unter gewissen Umständen hätte sich da ein Kind tödlich verletzen können. Deshalb - obwohl Gottfried in der Zeit davor Urlaub hatte, und danach mit 60 Kindern und Jugendlichen zwei Wochen in Dänemark war - kündigte ihn die Geschäftsführung fristlos am 05.08. mitten in der Ferienmaßnahme in Dänemark - die man ihn aber noch zu Ende führen ließ...

Es gab viele Proteste; und schon am gleichen Tag, dem 12. August, begann eine Unterschriften­sammlung. Am folgenden Abend, dem 13.08., trafen sich über 100 (!) empörte Leute und gründeten das „Solidaritätskomitee Schweitzergarde“. Hier wurde auch über die eigentlichen Hintergründe für die Kündigung diskutiert. Pfarrer Hans Mörtter z.B. schrieb: „...da Linke (von denen es ja nicht mehr viele gibt) und Protestanten (von denen es auch nicht viele gibt) in ihrer Echtheit eine lange Geschichte miteinander haben, stehe ich völlig an deiner Seite... Regel bisher war und auch jetzt und in Zukunft: Wer sich mit der Südstadt anlegt, zieht den kürzeren.“

Spontane Transparentaktion auf dem Eierplätzchen
Spontane Transparentaktion auf dem Eierplätzchen

Und ähnlich gab es zahlreiche Meinungen von vielen Kindern, Jugendlichen, Freunden... Einige der Solidaritäts-Erklärungen lassen sich hier nachlesen.

Die sachlichen Einwände gegen die ausgesprochene Kündigung hat die „Schweitzergarde“ hier zusammengefasst.

Was tun?

Da es bis zum Arbeitsgerichtsprozess noch sehr lange dauern kann, Gottfried aber auf dem Baui sofort wieder gebraucht wird, wurde folgendes festgelegt:

  • Wir müssen den Arbeitgeber veranlassen, die Kündigung von sich aus zurückzunehmen - ganz bald. Deshalb wollen wir einen breiten öffentlichen Protest organisieren, damit die Politiker im Aufsichtsrat der JugZ gGmbH merken, was los ist.
  • Dazu gibt es eine Unterschriftensammlung und ein Flugblatt mit aktuellen Informationen. Jeder soll beides so weit wie möglich weiter verteilen, - Briefe schreiben, telefonieren - auch an ihm bekannte Presseleute, Politiker und andere Medien!
  • Unsere Einwände

    Viele Unterstützer des Solidaritätskomitees und Eltern haben mit Politikern telefoniert, und häufig ähnliche Antworten bekommen, die oft nur Teilwahrheiten oder sogar falsche Tatsachenbehauptungen enthalten.

    Verschiedene Mitglieder des Komitees haben deshalb recherchiert mit bisher folgenden Ergebnissen:

    Kündigungsgrund

    Die Geschäftsführung gibt am 18.8. schriftlich bekannt: „Am 29.7. haben wir festgestellt, dass eine Außeninstallation am Baui durch einen Mitarbeiter der JugZ nicht fachgerecht installiert wurde bzw. Fachfremde von dem Mitarbeiter mit der Durchführung beauftragt wurden. … Durch die nicht fachgerechte Ausführung ist Gefährdung für Leib und Leben eingetreten.“

    Der angeblich unsachgemäß verlegte Strahler

    Andere Hintergründe

    Öfter schon erwähnen einige Politiker, dass Schweitzer „viele“ Abmahnungen habe. Verdi beantragte schon am 3.9. Einblick in Schweitzers Personalakte zu nehmen, um zu kontrollieren, dass sie „sauber“ ist: Denn Personalakten dürfen z.B. keine Abmahnungen enthalten, die älter als drei Jahre sind. Folglich darf Schweitzers Akte keine einzige Abmahnung enthalten. Bis zum 9.9. allerdings hat die Geschäftsführung noch keinen Einblick gewährt – eine Dreistigkeit, die von verdi so nicht hingenommen wird!

    Ferner fragen wir: Wer – außer der Geschäftsführung - kann den Politikern – wahrheitswidrig! - mitgeteilt haben, dass Schweitzer so viele Abmahnungen habe? Eine solche Mitteilung über Personalakten ist strafbar, da sie – ohne Schweitzers Zustimmung - eine unzulässige Weitergabe von internen, persönlichen Daten ist – und erst recht strafbar, wenn bewusst Falschinformationen weiter gegeben werden!

    Die Schweitzergarde wird diesem Vorgang nachgehen und gegebenenfalls auf Strafanzeige drängen!

    Im gleichen Zusammenhang wiesen einige Politiker Eltern und Nachbarn darauf hin, dass Gottfried Schweitzer mit linken Gruppen zusammenarbeite, oder dass der Baui 2007 z.B. auf das „Internationale Pfingstjugendtreffen“ gefahren sei, an dem die MLPD mitgearbeitet habe. Dazu ist festzustellen:

    Wir hoffen, mit diesen Hintergrundinformationen eine Hilfe bei weiteren Telefongesprächen gegeben zu haben.